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.In zweiPublikationen aus den Jahren 1928beschreiben Karsten und Lewin einPh�nomen, welches ein Kernbestandteil dessen ist, was fastf�nfzig Jahre sp�ter als Burn-out-Syndrom bezeichnet werdensollte206.Was Kurt Lewin und Anitra Karstenbeschrieben, ist ein langsamer,kontinuierlicher �bergang,ausgehend von einem Gef�hlungeschm�lerter Arbeitsfreude207hin zu einem Zustand, den sie�psychische S�ttigung� bzw.�psychische �bers�ttigung�nannten.�Psychischen S�ttigung�ist von Zust�nden wie Erm�dung, Faulheit oder Langeweileabgegrenzt und sollte damit nichtverwechselt werden.�Wesentlich f�r die S�ttigung�, soLewin, sei �folgendes: Es handeltsich nicht um eine blo�eErschlaffung, sondern um dasEntstehen eines negativenAufforderungscharakters, der vonder Handlung [also von der Arbeit]wegtreibt.� Was Lewin und Karstenbeschrieben haben, ist eineunbezwingbare innere Antipathie,die dem Ekel nahezukommenscheint.�Man sieht den S�ttigungsprozess durchaus schief,wenn man ihn nur als einallm�hliches Gleichg�ltig-werdenund Erschlaffen auffasst.Vielmehrist der charakteristische Fall derS�ttigung dann gegeben, wennantagonistische Kr�fte sichbemerkbar machen, wenn also trotzeiner gewissen Verbundenheit mitder Arbeit die Abneigung gegen dieArbeit allm�hlich anw�chst.�208Psychische S�ttigung hat zur Folge,�dass die Person trotz einesgewissen �u�eren Zwanges und trotz guten Willens und gro�erAnstrengung die Arbeitfortzuf�hren, diese Arbeit nichtmehr ausf�hren : kann9 und daherabbricht�209 (Kursivierung durchden Autor).Das �Nicht-mehr-K�nnen� vonArbeitnehmern undArbeitnehmerinnen, das Kurt Lewinund Anitra Karsten beschriebenhaben, tritt nicht aus heiteremHimmel auf.Die beiden Forscherfanden das Ph�nomen der�psychischen S�ttigung� vor allem bei Aufgabenstellungen, die einGef�hl des �Auf der Stelle Tretens�ausl�sen, also bei monotonen, aufdie Wiederholung immer gleicherHandlungen beschr�nkten Arbeiten.Interessant war, dass wenn dieArbeit �irgendwie alsWeiterkommen erlebt [wird], & dieS�ttigung ganz ausbleiben oderjedenfalls aufgehalten werden[kann], selbst dann, wenn �u�erlicheine Wiederholungshandlungvorliegt�210.Was die Aversion gegen die Arbeit ausl�st, ist also nicht allein einewiederholte T�tigkeit an sich,sondern, so Lewin, die�Wiederholung im psychologischenSinne�, das Gef�hl des �Auf derStelle Tretens�.Lewin und Karsten erkannten einAmbivalenz-Ph�nomen, das sich beifast allen Burn-out-Betroffenenfinden l�sst: Gegen�ber dereigenen Arbeit aufkommendeGef�hle der Aversion stehen iminneren Widerstreit zu einemgegenl�ufigen Wunsch, dieaufgetragene Arbeit doch irgendwie zu schaffen, weil ein Scheitern oderAufgeben �den Charakter einesUnterliegens� h�tte211, also alseine pers�nliche Niederlageempfunden w�rde.Dies bedeutet:Die in den Betroffenen aufsteigendeAbneigung (�S�ttigung�)gegen�ber ihrer Arbeit entsprichtnicht einer Laune, sondernproduziert einen inneren Konfliktzwischen Pflichtgef�hl und �Nichtmehr K�nnen�.Dies entspricht der jahrelangenBeobachtung all derer, die sich beruflich tats�chlich mit Burn-out-Betroffenen befasst haben undwiderspricht der Auffassung, beimBurn-out-Syndrom handle es sichum eine Laune arbeitsunlustigerPersonen ohneAnstrengungsbereitschaft oderkurzerhand um Menschen mitDepression.Menschen versuchen in der Regel,ihre Arbeit auch unter Stressirgendwie durchzuhalten.Sobeobachteten Lewin und Karstenbei Personen, die monotoneAufgaben zu erledigen hatten, dass sie versuchten, in Eigeninitiative dieHandlungsabl�ufe etwas zuvariieren, um l�nger durchhalten zuk�nnen.Dies half jedoch nurvor�bergehend.In einer sich darananschlie�enden Phase kam es dannzu einem vermehrten Auftreten vonFehlern.Schlie�lich versuchten dieBetroffenen, �auf irgendeine Weiseaus dem Felde zu gehen und die[ihnen durch die Arbeitsanweisunggesetzte] Barriere & zudurchbrechen�, wobei es dann zu�Affektentladungen�212 gekommen sei: Die Betroffenen brachenentweder emotional zusammenoder revoltierten. Pionier und Namensgeber:Herbert FreudenbergerDie bahnbrechenden Arbeiten KurtLewins aus seiner Berliner Zeitgerieten in Vergessenheit, was zumeinen durch seine Emigrationverursacht war, zum anderendadurch, dass er sp�ter in den USAandere, neue Forschungsans�tzeverfolgte.Diese besch�ftigten sichvon nun an nicht mehr mit demindividuellen Erleben vonErwerbst�tigen, sondern mit denProzessen, die sich in Gruppen arbeitender Menschen beobachtenlassen.Es waren nicht seine Berliner,sondern seine in den USAdurchgef�hrten Arbeiten �bergruppendynamische Prozesse, mitdenen Kurt Lewin internationalbekannt wurde.Es dauerte fastf�nfzig Jahre, bis die von Kurt Lewinund seiner Berliner Arbeitsgruppeverfolgte Spur wiederaufgenommenund weiterverfolgt wurde.Allerdingsscheint Herbert Freudenberger, derdie moderne Burn-out-Forschungbegr�ndete, Lewins Berliner Arbeiten nicht gekannt zu haben.Herbert Freudenberger (19261999) war wie Kurt Lewinurspr�nglich j�discher Deutscher [ Pobierz całość w formacie PDF ]

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